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Akustik / Pädakustik

Was ist Pädakustik?

Die Pädakustik (auch Kinder-Hörakustik genannt) ist ein spezialisiertes Fachgebiet der Hörakustik, das sich gezielt mit der Höruntersuchung, Hörgeräteversorgung und akustischen Betreuung von Säuglingen, Kleinkindern und Jugendlichen beschäftigt.

Da das Gehör eine zentrale Rolle für die Sprachentwicklung, das Lernen und die soziale Integration spielt, ist eine frühe Erkennung und Versorgung von Hörschädigungen bei Kindern von größter Bedeutung.

Warum ist Pädakustik so besonders?

Kinder sind keine „kleinen Erwachsenen“. Sie können oft nicht oder nur unzureichend beschreiben, wie gut sie hören oder ob ein Hörgerät richtig eingestellt ist. Deshalb erfordert die Pädakustik:

  • Spezielle Messverfahren: Objektive Tests, die keine aktive Mitarbeit des Kindes erfordern (z. B. BERA, OAE – siehe unten).

  • Kindgerechte Diagnostik: Spielerische Hörtests, die auf das jeweilige Entwicklungsalter abgestimmt sind.

  • Besondere Empathie und Geduld: Untersuchungsmethoden müssen kindgerecht verpackt werden, um Angst zu nehmen.

  • Enge Zusammenarbeit: Eine starke Kooperation zwischen Pädakustikern, HNO-Ärzten, Pädaudiologen, Frühförderstellen und den Eltern.

Methoden in der Pädakustik

Je nach Alter des Kindes kommen unterschiedliche Verfahren zum Einsatz, um das Hörvermögen zu überprüfen:

  • Objektive Verfahren (für Säuglinge und Kleinkinder)​

    • BERA / ABR (Brainstem Evoked Response Audiometry): Messung der akustisch evozierten Potenziale des Hirnstamms. Elektroden am Kopf messen, ob der Hörnerv und das Gehirn auf Schallreize reagieren (oft während des Schlafs durchgeführt).

  • OAE (Otoakustische Emissionen): Überprüfung der äußeren Haarzellen im Innenohr. Ein winziges Mikrofon misst die "Echo-Geräusche" des Ohres auf einen leisen Klickreiz.

  • Subjektive bzw. spielerische Verfahren (ab ca. dem 6. Lebensmonat bis ins Schulalter)

    • Blickaudiometrie / Ablenkungsaudiometrie: Beobachtung der Blick- oder Kopfreaktion des Kindes auf Töne oder Klänge bei Babys.

    • Spielaudiometrie: Das Kind führt eine spielerische Handlung aus (z. B. einen Klotz in eine Kiste werfen), sobald es einen Ton hört.

Ablauf der Hörgeräteversorgung bei Kindern

  1. Früherkennung: Im Idealfall wird eine Hörstörung bereits kurz nach der Geburt durch das universelle Neugeborenen-Hörscreening entdeckt.

  2. Medizinische Abklärung: Der HNO-Arzt oder die Pädaudiologie stellt die exakte Diagnose und verordnet gegebenenfalls Hörsysteme.

  3. Anpassung durch den Pädakustiker: * Anfertigung von maßgeschneiderten Ohrstücken (Otoplastiken), die besonders weich und hautverträglich sind.

    • Auswahl und feinstufige Programmierung von kindgerechten Hörgeräten (oft mit kindersicheren Batteriefächern, robustem Gehäuse und bunten Farben).

  4. Begleitung und Nachsorge: Da Kinder im Kopf- und Ohrwachstum sind, müssen Otoplastiken regelmäßig erneuert und die Hörgeräteinstellungen kontinuierlich an die Entwicklung angepasst werden.

Bedeutung für die Entwicklung

Wird eine Hörschädigung bei Kindern frühzeitig erkannt und durch Pädakustik (z. B. durch optimal eingestellte Hörgeräte oder Cochlea-Implantate in Zusammenarbeit mit Kliniken) ausgeglichen, haben die betroffenen Kinder hervorragende Chancen, normal sprechen zu lernen und dem regulären Schulunterricht problemlos zu folgen.

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